Treibstoff im Blut

Die junge Krefelderin Semra Akdeniz (25) ist das beste Beispiel dafür, wie sehr man in der Pflege für das Leben ‚auftanken‘ kann. Das Bild kommt nicht von ungefähr, denn Semra  begann ihre berufliche Laufbahn zunächst dort, wo ständig Benzin in der Luft liegt.

Das war 2011 und in der Schule lief es zuvor eher bescheiden. So waren ihre Optionen mager. Doch schnell wurde ihr klar, dass ein Job an der Kasse einer Tankstelle auf Dauer nicht reicht, obwohl die passionierte Autofahrerin quasi selbst Treibstoff im Blut hat. Und wie heißt es so schön: Pech im Job – Glück in der Liebe! Sie lernte dort ihren heutigen Verlobten kennen, worüber sie sich nicht genug freuen kann… Die Pflege jedenfalls kam in ihren Berufswünschen überhaupt nicht vor. Ganz im Gegenteil. Aber damals hatte sie auch keine Ahnung davon.

Start als Kaffeemädchen

Doch eines Tages, noch im gleichen Jahr, bot ihr Emine Ludwig, die Leitung vom Pflegedienst miCura Krefeld, einen Job als ‚Kaffeemädchen‘ in einer Wohngemeinschaft für demenziell erkrankte Menschen an. Man kannte sich über drei Ecken. Das war eine echte Herausforderung für sie, schließlich empfand sie sie sich nicht unbedingt als ‚sozialen Menschen‘. Doch Emine Ludwig hatte den richtigen Riecher und traute ihr viel zu, denn sie schubste sie behutsam aber beständig in Richtung Ausbildung. Dann ging es Schlag auf Schlag. Sie holte den fehlenden Schulabschluss nach und ging 2012 in die dreijährige Ausbildung zur Altenpflegerin. Im Umfeld wurde sie gewarnt, meinte man doch, bei diesem Beruf würde es sich hauptsächlich um Serviceleistungen rund um den Toilettengang handeln. Sie wusste es schon vor Beginn der Lehrzeit besser: „Pflege ist gar nicht das, was im Badezimmer abläuft. Das außerhalb ist das wichtige!“

„Ich bin reifer geworden“

Die Ausbildung hat sie mit Bravour absolviert und ist seit 2016 eine leitende Position in der Pflegewohngemeinschaft. Die Arbeit dort ist ihr sehr wichtig. „Es verändert Menschen selber, man lernt kleine Dinge zu schätzen, ich bin reifer geworden, ich wurde viel an die Hand genommen und habe eine Menge gelernt über das, was die Kriegsgeneration geprägt hat.“ Sie kann sich gut in Menschen mit Demenz einfühlen: „Man muss seine ‚Welt‘ zurücklassen, sich auf die Menschen vorbehaltlos einlassen. Vor allen Dingen braucht man Geduld.“

Bei aller Freude am Beruf muss auch Zeit für die eigenen Interessen bleiben. Zwar gibt es hier und da einen Wermutstropfen, wenn zum Beispiel ein Wochenenddienst ausgerechnet auf eine Familienzusammenkunft fällt. Ansonsten trifft sie gerne ihre Freunde, fährt unheimlich gerne schnell, und überhaupt liebt sie ihre Familie sehr. „Aber mein größtes Hobby in meinem Leben ist meine kleine Nichte. Ich bin ihre einzige Tante und würde alles für sie geben!“

Mit Blick auf die Zukunft möchte Semra Akdeniz ihr Pflege-Know-How weiter ausbauen, sie denkt da an eine Qualifikation zur Gerontopsychiatrischen Fachkraft. Aber sie könnte sich ebenfalls vorstellen, als Validationstrainerin zu arbeiten. Beides sind Spezialisierungen, die insbesondere auf die Unterstützung von Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen abzielen.

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