Chancen ohne Ende

Angelina Hecker (27) ist gelernte Heilerziehungspflegerin und arbeitet im Wohnhaus Gartenstadt bei der Lebenshilfe Krefeld. Dort leben in drei Wohngruppen insgesamt 22 Menschen mit einer geistigen Beeinträchtigung. Angelina pflegt und betreut die Bewohnerinnen und Bewohner so, dass sie weitestgehend selbständig ihren Alltag bewältigen können und sich gut ins soziale Umfeld integrieren können.

„Wenn ich Leute kennenlerne und sie mich zu meiner Arbeit befragen, dann höre ich oft: ‚Das könnte ich nicht!‘ Angelina Hecker hat keine Berührungsängste gegenüber Menschen mit geistigen Behinderungen. Für sie sind sie, die vor 70 Jahren in der dunkelsten Geschichte Deutschlands um ihr Leben bangen mussten, Menschen wie du und ich. „Ich habe mich lange Zeit mit dieser geschichtlichen Vergangenheit beschäftigt und das hat mich noch mehr darin bestärkt, den Beruf der Heilerziehungspflegerin zu wählen“, berichtet sie. „Auch wenn sie beeinträchtigt sind, so haben sie dieselben Rechte wie jeder andere Mensch.“

Bevor Angelina Hecker wusste, was sie beruflich machen wollte, hat sie vieles ausprobiert. Zunächst hat sie eine Ausbildung zur technischen Zeichnerin begonnen, diese dann jedoch abgebrochen. Selbst in die Chemiebranche hat sie reingeschnuppert. Um sich beruflich zu orientieren, absolvierte Angelina Hecker zunächst ihren Bundesfreiwilligendienst (BFD) an einer Förderschule für Menschen mit geistiger Beeinträchtigung.

Ihr bester Freund war es dann, der sie auf die Idee brachte, eine Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin zu machen. „Ich habe mich schon immer für Menschen interessiert und immer geschaut, dass es anderen Menschen gut geht. Mir ist es wichtig, Hilfebedürftigen die Hilfe zu geben, die sie benötigen“, berichtet sie. Sodann starte sie beim Vera-Beckers-Berufskolleg in Krefeld die Ausbildung.

Wenn man die Bewohner eng im Alltag begleitet, entsteht eine besondere Nähe. Umso wichtiger ist daher aus Angelinas Sicht ein gesundes Nähe-Distanz-Verhältnis. „Es kann schnell passieren, dass man Probleme gedanklich mit nach Hause nimmt“, erzählt Angelina. „Da heißt es, Profi zu sein und sich zu schützen.“

Wer sich wie Angelina Hecker in diesem Arbeitsfeld engagiert, der bekommt schnell Lust darauf, sein Wissen zu vermehren. Das Spektrum an Fort- und Weiterbildungen ist enorm. So kann man sich beispielsweise zum Heilerziehungspfleger für Psychiatrie weiterqualifizieren und in entsprechenden Einrichtungen und Kliniken arbeiten. Mit der Weiterbildung zum Motopäden arbeitet man an der Verbesserung der motorischen Fähigkeiten von Bewohnern bzw. Patienten. Wer studieren möchte, der entscheidet sich gerne für Sonderpädagogik, Heilpädagogik oder Psychologie.

Und wo sieht sich Angelina in der Zukunft? „Für mich kommt ein Studium der Sonderpädagogik in Frage. Ich finde es total spannend, mit Heranwachsenden zu arbeiten, weil ich denke, dass man genau da ansetzen muss, die Fähigkeiten zu stärken.“

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