Geronto ist ihr Steckenpferd!

Anja Klinkenberg arbeitet seit über 11 Jahren im Gerhard-Tersteegen-Haus in Krefeld auf einem geschützten Wohnbereich für an Demenz erkrankte Menschen. Um die Herausforderungen des Alltags gut zu bewältigen, helfen ihr eine starke Familie und ihre Fachlichkeit.

Flexible Familie, flexibler Arbeitgeber

Bei dem Träger, bei dem Anja Klinkenberg ihre Ausbildung abgeschlossen hatte, wollte sie nicht bleiben, denn sie wollte nicht die ewige Auszubildende sein. Ihr neuer Arbeitgeber, der Neukirchener Erziehungsverein, erkannte ihr Potenzial. Und so durfte sie bereits kurz nach dem Jobwechsel eine Fortbildung zur Praxisanleitung machen, denn sie hat ein Händchen für Schülerinnen und Schüler. Doch damit waren die Veränderungen in ihrem Leben längst noch nicht abgeschlossen: Bald schon bekam sie kurz hintereinander zwei Kinder. Während dieser Zeit stieg sie nie lange aus dem Beruf aus, blieb immer am Ball. Ihren Wissensdurst stillte sie, indem sie nach dem Mutterschutz eine zweijährige Fortbildung zur Fachkraft gerontopsychiatrische Pflege, Betreuung und Versorgung beantragte, diese vom Arbeitgeber gezahlt wurde und sie ihre Fachlichkeit in Sachen Demenz weiter untermauerte. Eine ganz schöne Herausforderung, Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen? Nicht für Anja Klinkenberg.

Immer wieder neue Herausforderungen

Nach der Geburt des ersten Kindes arbeitete sie 20 Stunden pro Woche, dann stockte sie sukzessive auf. Beim zweiten Kind startete sie kurz nach der Mutterschutzphase wieder voll durch. Zum Glück hat Frau Klinkenberg eine sehr flexible Familie, die sich um die Kinder kümmert, wenn sie arbeitet. Auch ihr Arbeitgeber zeigte sich beweglich: Als die Kleinen in den Kindergarten gingen, konnte Frau Klinkenberg erst um 8 Uhr ihren Dienst antreten, da sie vorher die Kinder wegbringen musste. Auch dies wurde ihr ermöglicht. „Der Arbeitgeber wollte mich als Fachkraft auf jeden Fall halten und ist mir da immer entgegengekommen“, berichtet Anja Klinkenberg rückblickend.

In der zweijährigen Fortbildung erlernte sie Wissen in Validation (Umgang mit und Ansprache von Menschen mit Demenz), basaler Stimulation, den Umgang mit herausforderndem Verhalten. Vor allem erweiterte sie ihren Horizont hinsichtlich psychiatrischer Erkrankungen wie Schizophrenie und die psychischen Folgen von Suchterkrankungen. Im zweiten Jahr der Fortbildung stand dann eine Projektarbeit auf dem Programm.

Arztgespräche: Mit Fachlichkeit punkten

Sie wählte das Thema: „Reduktion von Polypharmazie“. Die Aufgabenstellung war folgende: Bei Bewohnern, die über Jahre eine Mischung verschiedenster Medikamente einnehmen, soll überprüft werden, ob die Medikation in dieser Form noch nötig ist und ob sich durch die Einnahme bestimmte Wechselwirkungen ergeben. Dabei prüft sie erst einmal, ob es für diese Medikamente eine Indikation (also eine begründende Grunderkrankung) gibt und welche Symptome vorliegen. Systematisch erstellt sie anhand einer selbst entwickelten Matrix eine Auswertung. Sie tritt mit dem behandelnden Arzt in Kontakt und lässt beispielsweise per Blutbild oder zielgerichteter Beobachtung des Bewohners überprüfen, ob noch Bedarf für die Einnahme des Medikamentes besteht.

„Wichtig dabei ist, fachlich versiert mit dem Arzt kommunizieren zu können und ihm klarzumachen, dass man sich mit Alterskrankheiten auskennt“, sagt Frau Klinkenberg. Denn sie erlebt immer wieder, dass Ärzte die Altenpflegerinnen nicht ernst nehmen. Doch auch das wandelt sich gerade.

Weitermachen!

Für Anja Klinkenberg war dies sicherlich nicht die letzte Etappe  in ihrer beruflichen Laufbahn, denn sie macht klar, dass sie ihr Fachwissen stets erweitern möchte.  Auf die Frage, was für sie Karriere bedeutet, sagt sie: „Ich habe dann Karriere gemacht, wenn ich am Ende des Tages stolz auf meine Arbeit bin.“ Und mittlereweile ist Frau Klinkenberg stellvertretende Wohnbereichsleiterin.

 

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Neukirchener Erziehungsverein – Gerhard Tersteegen Haus

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