Hier kann ich Mensch sein

Sie hat eine Weile gebraucht, bis sie endlich angekommen ist, die 32jährige Krefelderin Melanie Moreira, deren Leben Spurenelemente von Portugal, über Ungarn bis hin zur Türkei enthält. Der Länderkatalog bezieht sich aber eher auf ihre Verwandtschaftsverhältnisse, die wahre Reise ist aber eher eine Reise durch die Karrierewelt Pflege und Betreuung im Raume Krefeld gewesen.

Bevor sie im Sommer 2018 nach dreijähriger Ausbildung ihre staatliche Anerkennung als Altenpflegerin in den Händen halten konnte, schnupperte sie in den 10 Jahren zuvor in alle möglichen Felder der Branche hinein. Zu nennen ist beispielsweise ihre Ausbildung als Sozialhelferin, schon 2009 absolviert, der auch zur Helfertätigkeit in Pflegeeinrichtungen qualifiziert. In den Beruf der Pharmazeutisch-technische Assistenten (PTA) hat sie hineingeschnuppert, im Krankenhaus und auch in der ambulanten Pflege gearbeitet. Die letzte Dekade war geprägt durch familiäre Umbrüche, die Pflege der Großmutter, der Geburt der beiden Kinder, heute 12 und 6 Jahre alt.

Ich habe einen guten Draht zu den Leuten

Melanie Moreira ist ein Energiebündel („Ich habe Power“), die schlecht zu Hause sitzen kann und früher die überschüssige Kraft beim Handball gelassen hat. Unweigerlich kommt mir in den Sinn, ob sie ihr Temperament wohl von ihren ungarischen Vorfahren geerbt haben mag. Melanie Moreira sieht die Ursache eher bei ihrem Sternbild, dem Schützen. Jedenfalls kann sie das in ihrem Beruf gut gebrauchen. Der Job braucht Kraft, da können schon mal 12 Tage Dienst hintereinander stattfinden. Doch sie hat noch andere Talente im Gepäck, die sowohl Melanie Moreira als auch den Bewohnern im St. Josef Pflegeheim gut tun (den Kollegen bestimmt aber auch): Das Stichwort heißt Empathie und bedeutet im Klartext, dass sie sich gut in die Situation der von ihr betreuten und gepflegten Menschen hineinversetzen kann. Auch hier ist ihre Vergangenheit spürbar, ist sie doch bei den Großeltern gut aufgewachsen und hat deshalb einen besonders guten Draht zu den Älteren.

Es ist ein Beruf mit Zukunft

Sie ist quasi schon als Botschafterin für ihren Job tätig. Zuletzt hat sie ihre 22jährige Nichte geworben. Nach einem Praktikum – was immer zu empfehlen ist – beginnt sie demnächst die Ausbildung zu Altenpflegerin. So sorgt sie schon einmal gut für einen sicheren Job bei anderen. Und sie selbst? Wie wird es weitergehen? „Mich reizen Wunden, das medizinische hat mich seit jeher interessiert“. Also steht eine Weiterbildung zur Wundexpertin auf der Agenda. Nicht sofort. Zunächst möchte sie weiterhin Berufserfahrung sammeln. Aber es wird kommen genauso wie ihr Wunsch, einmal eine leitende Position zu erklimmen.

Familie und Beruf gehen gut zusammen

Demnächst wechselt sie in die ambulante Pflege, bleibt aber der Caritas treu. Doch dies kommt ihr als Mutter entgegen, da sie dann einen festen Frühdienst hat und sich nachmittags um die Kinder kümmern kann. Von daher verlässt sie St. Joseph mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Die Tätigkeit in dem historisch interessanten Haus mit dem wunderschönen Innenhof wird sie vermissen, der kollegiale Zusammenhalt ist gut, nicht zuletzt deswegen, weil die Leitung nicht nur auf das Wohl der Bewohner achtet, sondern sich auch sehr um die Mitarbeiter kümmert.

Ein Computer kann mir kein Lächeln geben

Warum hat sie eigentlich die Caritas ausgewählt? Die größere Struktur biete aus ihrer Sicht eine Menge Möglichkeiten. „Ich kann mir nicht anderes mehr vorstellen. Ein Computer kann mir kein Lächeln geben! Ich fühle mich hier sehr angenommen!“

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